Flugmotor einstellen
- Betankungsschlauch wie auch der Schlauch aus dem Tank zum Vergaser sollten mit Spritfiltern ausgerüstet sein.
- Vergaser so einstellen, wie´s in der Bedienungsanleitung steht. Sind die Spritschläuche von Rückständen frei?
- Ist der Vergaser von Rückständen frei?
- Propeller so montieren, daß er in 14-Uhr-Stellung steht, wenn der Motor auf Kompression geht.
- Propellerkanten mit 400er Schleifpapier entgraten - schneidet ansonsten sehr in die Haut, falls kein Holzstab zum Anwerfen benutzt wird.
- Ganz auftanken. Zur Kontrolle, ob der Motor ansaugt, in den Spritschlauch hineinblasen, um ihn zu leeren, damit man hernach sieht, ob angesaugt wird. Vorsicht, nichts verschlucken, Methanol ist giftig!
- Ein Elektrostarter wird nur in ganz hartnäckigen Fällen zum Starten empfohlen. Ein einigermaßen korrekt eingestellter Motor springt immer von Hand an, dagegen kann man mit einem Elektrostarter einen Motor innerhalb von Minuten ruinieren: Ist der Motor zu mager eingestellt, reiben sich Kolben und Laufbüchse unbemerkt zu Tode, bei zu fettem oder ersoffenem Motor kann dieser blockieren und Pleuel oder Pleuelbolzen verbiegen oder abreißen.
- Die Laufrichtung sämtlicher mir bekannter Motoren ist von vorn gesehen links herum, also im Gegenuhrzeigersinn.
- Vergaser ganz öffnen, Finger auf Vergaseröffnung legen - so, daß er ganz verschlossen ist. Spritleitung beobachten, ob Sprit angesaugt wird, Propeller dreimal flippen. Sprit muß nun über die komplette Länge der Spritleitung bis in den Vergaser gesaugt worden sein. Wenn nicht, Hauptgemischnadel nach und nach um jeweils eine Umdrehung öffnen (solange, bis der Spritschlauch spätestens nach dreimal flippen gefüllt ist).
- Bei mit dem Finger verschlossenem Vergaser noch 3 - 6 mal den Propeller flippen, um ausreichend Sprit für den kalten Motor anzusaugen (Vergleiche hierzu die Starterklappe bzw. Choke beim Auto - fettes Gemisch ist bei kaltem Motor notwendig, weil der größte Teil des Gemischs bei kaltem Motor wieder im Ansaugtrakt und an der Zylinderbüche zu Tropfen kondensiert und so nicht mehr dem Verbrennungsvorgang zur Verfügung steht).
- Vergaser nun auf einen 1-2 mm breiten Spalt schließen!
- Achtung - Modell gegen Anrollen gut sichern!
- Glühakku anschließen, kräftigen Holzstab ebenso kräftig in die Hand nehmen und mit Schwung! im Gegenuhrzeigersinn anwerfen (wer hier zögerlich agiert, verstaucht sich bei evtl. Zurückschlagen der Luftschraube das Handgelenk).
Erster Fall: Gemisch zu fett
Der Motor muß nach dreimal anwerfen zünden. Falls nicht, die Kerze auf Funktion prüfen. Modell bei ausgeschraubter Kerze umdrehen und beobachten, ob vielleicht zuviel Sprit angesaugt wurde und nun durch die Kerzenbohrung ausläuft. Falls das der Fall ist, Motor bei ausgeschraubter Kerze NICHT unnötig oft durchdrehen, eine evtl. vorhandene ABC-Laufbüchse könnte u. U. dadurch Schaden nehmen, weil sie nicht durch den Kompressionsdruck geweitet wird.
Falls der Motor ersoffen ist, nach Möglichkeit ausblasen oder eine Viertelstunde bei ausgeschraubter Kerze und voll geöffnetem Vergaser stehen lassen, dann Startprozedur mit nur noch einmal flippen beim Ansaugen durchführen.
Motor hat kurz gezündet, ist aber nach einigen Umdrehungen stehen geblieben: Modell mit dem Heck nach unten anheben, um festzustellen, ob unverbrannter Sprit im Auspuff steht, evtl. auslaufen lassen. Motor dann ohne erneutes Ansaugen starten.
Falls er wieder stehen bleibt, erneut auf Spritüberschuss prüfen, ggfs.Gemischnadel um eine Umdrehung zudrehen - solange bis der Motor läuft. Laufgeräusch und Abgasfahne beobachten,bei kräftigem Qualm und unregelmäßigem Zünden bzw. unrundem Motorlauf Gemisch vorsichtig abmagern, bis Motor zwar noch fett läuft, sich aber nicht mehr übermäßig schüttelt.
Zweiter Fall: Gemisch zu mager
Zündet der Motor nach spätestens fünf mal Anwerfen nicht, zunächst auf zuviel Sprit prüfen, ansonsten Hauptgemischnadel um eine Umdrehung weiter öffnen, Ansaugprozedur wiederholen.
Springt der Motor nun an, bleibt aber nach kurzem, hellem Hochdrehen stehen, ist das Motorgemisch zu mager. Hauptgemischnadel um eine Umdrehung weiter öffnen, Startprozedur mit Ansaugen wiederholen, ggfs. nach und nach Nadel weiter öffnen.
Es ist normal, daß der Motor mit zunehmender Zylindertemperatur schlechter anspringt... einfach ein paar Minuten vor dem neuen Startversuch warten, sonst holt man sich nen Tennisarm.
Abschliessende Hinweise:
Während der ersten Liter Sprit den Motor nicht zu sehr mit Drehzahl belasten, immer auf der fetten Seite bleiben.
Vor dem ersten Flug durch senkrecht mit dem Heck nach unten gehaltenes Modell sicherstellen, daß der Motor durch die veränderte Ansauglage nicht zu mager wird und abstirbt.
Falls alles nichts helfen sollte, dann mit dem Modell zum nächsten Modellflugverein marschieren - dort werden Sie geholfen. :-)